Durchfall beim Hund – Was du machen kannst, damit deinem Freund schnell wieder besser geht
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„Oh nein, mein Hund hat Durchfall“. Dieser Satz ist wohl den meisten Hundebesitzern schon einmal über die Lippen gekommen. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und erst einmal beobachten, denn in den meisten Fällen besteht keine akute Gefahr für das Tier. Durchfall zählt zu einer der häufigsten vorkommenden Krankheiten bei Hunden und ist ein Zeichen für einen gestörten Magen-Darm-Trakt. Die Ursachen sind sehr vielfältig und reichen von falschem Futter, Unverträglichkeit und Stress bis hin zu Erkrankungen. Was im Notfall gemacht wird, welche Schonkost du ihm geben kannst und wie du akuten Durchfall von chronischem unterscheidest, haben wir für dich zusammengefasst.
Durchfall beim Hund: Was ist das genau?
Durchfall oder im medizinischen Fachjargon auch Diarrhoe genannt ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Durchfall beim Hund kann sehr plötzlich auftreten aber auch nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Wie bei uns Menschen steht der Darm des Tieres in enger Relation mit dem Immunsystem und kann sich dementsprechend meist schnell wieder selbst regulieren. Das bedeutet, dass sich der Darm bei Durchfall häufiger als normal entleert und der Kot durch Wasserausscheidungen eine meist flüssige und breiige Konsistenz aufweist. Je nach Farbe und Form ist es möglich auf die Ursache zu schließen. Häufige Begleiterscheinungen von Durchfall sind Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber.
Je nach Dauer, Intensität, Kotveränderung und Zustand des Hundes wird zwischen akuter und chronischer Diarrhoe unterschieden.

Akuter Durchfall beim Hund
Ein akuter Durchfall dauert höchstens 3 Tage, verläuft in der Regel unkompliziert und muss auch in den meisten Fällen nicht behandelt werden. Es ist möglich, dass sich Symptome wie Appetitlosigkeit und Lethargie zeigen. Diese verschwinden aber meist genauso schnell wie sie gekommen sind.
Grund ist in den meisten Fällen eine Futterumstellung, Überfressen oder das Trinken von unbekömmlichen Flüssigkeiten, wie zum Beispiel aus stehenden Gewässern.
Insbesondere bei alten Hunden oder Welpen ist aufgrund des Flüssigkeitsverlustes darauf zu achten, dass keine Dehydrierung entsteht. Deswegen muss darauf geachtet werden, dass dem Hund immer Zugang zu frischem Wasser gewährt wird. Durch den Flüssigkeitsverlust gehen gleichzeitig auch wichtige Elektrolyte verloren, was zu einer Übersäuerung des Organismus führen kann. Hierfür gibt es Elektrolytlösungen, die dem Wasser hinzugegeben werden können.
- Dauer: Maximal 3 Tage
- Kot: Breiig bis wässrig
- Häufigkeit der Darmentleerung: Sehr häufig
- Ursachen: Futterumstellung, unverträgliche oder verdorbene Lebensmittel, Überfressen, Vergiftung, Angst/Stress, Futterallergie, Bakterielle Infektion, Giftstoffe in Form von bspw. Pflanzendünger, Medikamente
Chronischer Durchfall beim Hund
Sofern dein Hund häufiger mit Problemen des Magen-Darm-Systems zu kämpfen hat ist es nicht auszuschließen, dass er an chronischem Durchfall leidet. Bei ersten Anzeichen muss unbedingt der zuständige Tierarzt aufgesucht werden, um schwerwiegende Krankheiten oder Schlimmeres zu vermeiden.
Grundsätzlich kann chronischer Durchfall entweder im Dick- oder im Dünndarm lokalisiert werden.
Durchfall im Dickdarm: Futter wird verdaut aber in Form eines schleimigen Kots ausgeschieden. Es sind keine gravierenden Veränderungen des Gewichts des Hundes feststellbar.
Durchfall im Dünndarm: Futter wird unverdaut und nicht als schleimiger Kot ausgeschieden. Der Hund verliert immer mehr an Gewicht.
- Dauer: Immer wiedergehrender oder langanhaltender Durchfall > 3 Tage.
- Kot: Bei Durchfall im Dickdarm: Schleimig; Bei Durchfall im Dünndarm: Meist unverdaut.
- Häufigkeit der Darmentleerung: Bei Durchfall im Dickdarm: 4-6x häufiger als normal. Bei Durchfall im Dünndarm: 2-3x häufiger als normal.
- Ursachen: Krankheiten im Darm (Darmparasiten oder Viren), Krankheiten außerhalb des Darms, wie Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Leber, Niere oder Tumore, Nebenwirkungen von Medikamenten, Psychische Probleme, wie Stress oder Angst
Ursachen für Durchfall
Hier eine Übersicht der häufigsten Ursachen von Durchfall beim Hund
- Ernährungsumstellung: Insbesondere Hunde mit einem sehr sensiblen Magen haben sogar Probleme, wenn sie innerhalb einer Produktlinie zwischen 2 Sorten wechseln. Hunde benötigen keine Abwechslung beim Futter. Deswegen sollte keine ständige Futterumstellung erfolgen.
- Falsche Ernährung: Überlege, was du deinem Hund in den letzten Tagen zum Essen gegeben hast. Viele Lebensmittel bekommen Hunden grundsätzlich nicht gut. Dazu zählen: stark gewürztes Essen, Lauchgwächse (Zwiebeln oder Knoblauch), Tomaten, Schokolade, Weintrauben, Avocado und jegliche Sorte von Obstkernen.
- Unverträglichkeiten: Viele Hunde haben eine Intoleranz gegen bestimmte Fleischsorten oder auch Getreide. Auch unser Sam leidet an solch einer Allergie und darf deswegen nur Pferd und Känguru als Futter bekommen.
- Verdorbene Nahrung oder unreines Wasser aus Pfützen: Verdorbene Nahrungsmittel führen automatisch, wie bei uns Menschen, zu einer Abwehrreaktion unseres Magen-Darms.
- Medikamente: Sofern dein Hund Antibiotika bekommt, kann Durchfall eine Form der Nebenwirkungen sein.
- Magen-Darm-Erkrankungen: Bakterielle und virale Magen-Darm-Infekte verursachen Darmentzündungen. Ursache sind meist Parasiten mit Würmern oder Einzeller wie Giardien.
Mein Hund hat Durchfall – Wann zum Tierarzt?
Sofern dein Hund eine oder mehrere der folgenden Symptome aufweist, sollte sofort ein Tierarzt kontaktiert werden:
- Blutiger Durchfall
- Sehr häufiger Durchfall
- Frisst und/oder trinkt nicht mehr
- Ständiges Erbrechen
- Unruhe oder Lethargie
- Zittern
- Über 40 °C Fieber
- Starke Bauchkrämpfe*
- Anzeichen von Austrocknung, durch starken Wasserverlust*
Sofern der Kot deines Hundes gelblich ist, kann dies ein Anzeichen für Krankheiten der Leber oder Bauchspeicheldrüse sein. Auch in diesem Fall muss ein Tierarzt aufgesucht werden.
*Woran erkenne ich, dass mein Hund Schmerzen hat?
Bauchschmerzen beim Hund sind relativ einfach an der Gestik zu erkennen:
- Bewegt er sich sehr langsam oder sogar steif?
- Nimmt er eine „Gebetshaltung“ ein? Das bedeutet, dass er auf den Hinterbeinen steht und seine Brust auf dem Boden liegt
- Krümmt er seinen Rücken oder nimmt eine andere ungewöhnliche Position ein?
- Um Kot abzusetzen, muss er sehr angestrengt pressen?
- Bauch streicheln ist nicht mehr möglich, weil er ausweicht oder sogar aggressiv reagiert?
*Woran erkenne ich, dass mein Hund ausgetrocknet ist?
Mit einer einfachen Methode lässt sich eine Dehydration überprüfen: Lege deinen Hund in Seitenlage. Ziehe die Haut im Schulter-Nackenbereich langsam zu einer Falte hoch und lasse diese wieder los. Bildet sich die Falte nicht sofort wieder zurück kann dies auf eine Dehydration zurückführen. Verschwindet die Falte nicht liegt bereits eine innere Austrocknung vor und ein Arzt muss sofort aufgesucht werden.
Was gebe ich meinem Hund bei Durchfall
Je nach Ursache für den Durchfall sind verschiedene Behandlungen nötig. Sofern keine der oben genannten Symptome auf den Hund zutreffen, die einen Besuch beim Tierarzt nötig machen, haben wir folgende Tipps zusammengestellt, damit es deinem Hund schnell wieder besser geht:
- Einen Tag fasten und danach 2-3 Tage Schonkost: Das bedeutet: Keine feste Nahrung und keine Leckerlies für die nächsten 24h. Danach mit kleinen Portionen und mit spezieller Schonkost wieder einsteigen (geeignete Lebensmittel siehe unten).
- Trinkwasser abkochen: Um eine Dehydrierung vorzubeugen ist es wichtig dem Hund genügend Wasser zur Verfügung zu stellen. Sofern er sowieso einen empfindlichen Magen hat, kann das Wasser auch gerne vorab abgekocht werden und bei Raumtemperatur „serviert“ werden. Achte darauf, dass es weder zu heiß noch zu kalt ist. Auch zu kaltes Wasser reizt den Magen.
- Aktivkohle: Der Geheimtipp unter allen Hundebesitzern. Aktivkohletabletten binden Giftstoffe im Magen-Darm und werden danach ausgeschieden.
- Probiotika, um die Magen-Darm-Flora zu stärken: Unter Probiotika versteht man Mikroorganismen, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit des Wirtes haben. Also gute Darmbakterien. Am besten Fragst du deinen Tierarzt nach einer Empfehlung.
- Ruhe und Entspannung: Leidet dein Hund an Durchfall bedeutet das automatisch Stress für seinen Körper. Vermeide deswegen lange und anstrengende Spaziergänge und sorge für genügend Schlaf, Ruhe und Erholung.
Schonfutter bei Magen-Darm-Problemen und Durchfall beim Hund
Schonkost beim Hund ist ähnlich der Schonkost, die uns Menschen bei Problemen mit unserem Magen-Darm-Trakt empfohlen wird. Grundsätzlich sollten auf stark blähende, gewürzte und fettige Lebensmittel verzichtet werden. Und vorab sollte natürlich abgeklärt werden, ob dein Hund möglicherweise an Lebensmittelallergien leidet.
Folgende Lebensmittel sind für eine Schonkost beim Hund geeignet
- Magere Fleischsorten wie Pute und Hühnchen
- Magere Fischsorten wie Forelle oder Seelachs
- Geschälter und weich gekochter Reis
- Aufgeweichte Haferflocken
- Hüttenkäse
- Gequollene Leinsamen
- Gekochte Karotten, Kürbis, Zucchini oder Kartoffeln
- Geriebener Apfel

Welche präventiven Maßnahmen kann ich vornehmen, um Durchfall bei meinem Hund vorzubeugen?
Die häufigsten Ursachen für Durchfall sind Fütterungsfehler. Folgende Tipps können helfen, um deinem Hund das Leiden zu ersparen:
- Achte bei dem Futter darauf, dass es für Hunde geeignet ist. Es gibt viele Lebensmittel, die Hunden unter keinen Umständen gegeben werden dürfen.
- Füttere lieber kleine Portionen, also große Mengen. Viele Hunde neigen dazu ihr Essen zu schlingen.
- Vermeide plötzliche Futterumstellungen. Hast du ein Futter gefunden, das deinem Hund schmeckt und bekommt, bleib dabei!
- Achte auf das Haltbarkeitsdatum.
- Sofern dein Hund alles frisst, was er findet, versuche es mit einem Anti-Fresskorb beim Gassi gehen.
